WorldCat ShittyBangBang : A work in progress

fäb am 5. May 2008 um 16:18 Uhr | 0

Ich kenne keine Blogposts mehr, ich kenne nur noch Arbeiten.

Dies ist ein work-in-progress. Wollen wir doch mal sehen.

1 Einleitung - Hypothesen zum Weltkatalog

Der WORLDCAT ist ein globaler Verbundkatalog und das weltweit größte Nachweissystem für bibliographische Daten. 1971 vom ONLINE COMPUTER LIBRARY CENTER ins Leben gerufen, stellte er zunächst eine nicht öffentliche, das heißt nur institutionell zugängliche Datenbank dar.

2003 startete das OCLC das “Open WORLDCAT”-Programm mit dem Ziel, die vorhandenen Einträge kontextuell in Suchmaschinen wie GOOGLE und deren Buchsuche, YAHOO! und weiteren populären Recherchewerkzeugen sowie bei onlinebasierten Buchhändlern wie AMAZON und ABEBOOKS zu platzieren. Diese für viele Bibliotheken und Institutionen empfehlenswerte Strategie - sich in die großen Web-Aggregatoren unserer Zeit zu integrieren - sorgte in den letzten Jahren für eine immens gesteigerte Wahrnehmung des Katalogs und damit auch des OCLC in Europa.

Seit August 2006 ist der Katalog mit seinen rund 60.000 beteiligten Bibliotheken aus 112 Ländern (darunter aus dem deutschen Raum die DNB und die Bayrische Staatsbibliothek) und seinen über 1.2 Millionen Besitznachweisen (bei rund 1 Million Einzeltiteln) für die breite Öffentlichkeit über die Adresse worldcat.org zugänglich und nutzbar.

Hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit stellt der WORLDCAT dem vor allem aus dem europäischen Kontext bekannten OCLC-PICA-System einen ästhetitisch überaus ansprechenden Antipoden entgegen und setzte darüberhinaus wichtige soziale Technologien und Funktionen ein, die in Zeiten einer “bottom-top”-Informationsinfrastruktur für eine Bibliothek höchst vorbildlich wenn nicht überlebenswichtig sein werden.

Die derzeitigen Aktivitäten der europäischen Bibliotheksszene beobachtend und ihren starken Fokus auf semantische Interoperabilität feststellend, kann durchaus prognostiziert werden, dass der WORLDCAT als Idealmodell für die Zukunft des Bibliothekswesens gilt. Nur eine große, natürlich gewachsene Organisation wie das OCLC wird in der Lage sein, verbindliche und einheitliche Strukturen und Standards für seine Mitgliederbibliotheken zur Verfügung zu stellen und dadurch den für große Gefüge typischen Negativfaktor der mangelnden Handlungsfähigkeit ausgleichen. Denn schaut man sich Europa und dessen verhaltene Kritik an OCLC und Weltkatalog an (Beleg), so muss leider konstatiert werden, dass keine vergleichbaren Organisationen und Initiativen auf den Weg gebracht worden sind. Auch das medienwirksame QUAERO-Desaster, ein 2006 gescheiterter französisch-deutscher Versuch einer Gegenoffensive zum GOOGLE-Digitalisierungsprogramm trug mit Sicherheit zu dieser Zurückhaltung bei. Die große Zahl der beteiligten Bibliotheken und deren internationale Streuung legen jedoch für meine Begriffe klar eine stärkere Kooperation mit dem Weltkatalog nahe als dies bisher im europäischen Kooperationswillen sichtbar war. Ein zukunftsorientiertes globales Bibliothekswesen sollte sich nicht reflexartig gegen jeglichen anglo-amerikanischen Einfluss abgrenzen und stattdessen besonnen über eine Ausweitung der kooperativen Strukturen nachdenken. Auch das berühmte Rad ist bekanntlich nicht zweimal erfunden worden.

Ich behaupte desweiteren, dass die zukünftige Akzeptanz von Bibliothekskatalogen in starkem Maße davon abhängt, ob es gelingt, gestalterische Paradigmen aus dem Bereich der kommerziellen Such- und Rechercheportale zu adaptieren. Ein Vergleich der Oberfläche des WORLDCAT mit anderen (Verbund-)katalogen aus Europa und den USA zeigt auf, wie sehr die Bibliothekssystembetreiber und -anbieter in die Jahre gekommenen Gestaltungsprinzipien verhaftet geblieben sind. Die BenutzerInnen werden den höheren Qualitätsanspruch der Bibliotheken erst dann zu schätzen wissen, wenn (neben vermehrt digitalen Inhalten) die Form der Präsentation den heute gängigen ästhetischen Ansprüchen entspricht.

Um Aufbau und Gestaltung angemessen beurteilen zu können, habe ich mich an den Guidelines for OPAC Displays der IFLA von 2005 sowie an [xxx] orientiert. Diese erlauben uns - neben dem Aspekt des Vergleichs der WORLDCAT-Oberfläche mit herkömmlicher und “konservativerer” Katalogmetaphorik - auch die Bestimmung des Grades an Verbindlichkeit von IFLA-Empfehlungen für das OCLC und dessen Aktivitäten.

2 Aufbau und Funktionalitäten

Eines fällt sofort auf, navigiert man auf den Webauftritt des WORLDCAT: er hebt sich optisch und strukturell klar von anderen Verbundkatalogen wie etwa dem Berliner Gesamtkatalog3, dem OPAC des Südwestdeutschen Bibliotheksverbund4 oder auf europäischer Ebene dem britischen COPAC5 ab: das Suchfeld dominiert unaufdringlich die in warmen Farben gehaltene Startseite und stellt dem Benutzer Karteireiter für die abgestufte Suche zur Verfügung. Auf diese Weise kann neben einer Abfrage der gesamten Daten auch explizit nach Büchern, DVDs, CDs und Aufsätzen recherchiert werden. Über die Option der erweiterten Suche können darüberhinaus nur bestimmte Feldern wie Titel, VerfasserIn, Thema, ISBN/ISSN oder OCLC-Callnumber abgefragt werden. Weitere Eingrenzungen wie spezielle Formate, Zeitspanne der Publikation, Sprache sowie Gattung und Zielgruppe stehen zur Verfügung.

[to be continued]

Comments

hinterlass nen komment, baby! (wenn du denn möchtest)














Bootlegs