Caught in the Golden (c)Age
Als ich around 1994 begann, mich für Fußball zu interessieren, da waren sämtliche Pappnasen im Biz (Trainer, Manager, Funktionäre) Leute ohne Vergangenheit. Drago Stepanovic, Friedel Rausch, Jürgen Röber, Jürgen Sundermann, Willi Entenmann, … Irgendwoher mussten die Meriten ja kommen, dachte ich mir, und fragte nicht weiter nach. Nach knapp vierzehn Jahren ist es aber sonderbar geworden. Gestern stand er noch auf dem Pitch und hat diesen verdammten Freistoß zum 2:0 gegen den HSV tatsächlich reingemacht (und damit die Borussia aus Dortmund zur ersten BL-Meisterschaft 1994 geschossen, weil Werder zeitgleich 1:3 in München verlor). Und jetzt erscheint ein Foto von Andreas Möller beim kicker, und sein Heribert-Bruchhagen-Gedächtnisgesicht lässt mich erschaudern.
Warum können Fussballspieler nicht vernünftig altern? Woher kommt diese ausgebrannte Müdigkeit in ihren Augen? Warum sehen sie durch die Bank wie zu schnell gealterte Kinder aus?
26,23,11
Update, 13:00 Uhr: Herr Jones und Herr Marin raus. Das hätte ich nicht gedacht. Herr Odonkor zehrt noch von seinen Torpedosprints der letzten WM, aber was Herr Trochowski in der Eleven zu suchen hat, fragen sich bestimmt auch noch andere Leute.
Originalpost, 10:29 Uhr:
Nur kurz getippt, weil zum Frühstück mit der Liebsten verabredet:
- Herr Trochowski
- Herr Helmes
- Herr Odonkor
fahren dann wohl nicht mehr mit zurück nach Malle. Verkündung around High Noon.
Platte: Earth to the Dandy Warhols [Track-by-Track]
Ok, doch nochmal kurz zur neuen Dandies-Platte. Sie IST ein verdammter Grower!
- Mission Control ist natürlich eine Single, die durch die Decke gehen wird. Catchy Beat. Wild gewordene Room on fire-Gitarrenfurie gegen Ende.
- Die designierte erste Single Welcome to the Third World dagegen ein ziemlicher Reinfall. Das klingt zu sehr nach Lou Reed in den 1980s und verwirrte Spätphase von den Clash. In einem Wort: Pointless. Aber verdammt, an was erinnert mich dieser Sound? An nichts gutes in jedem Fall. Alex James hat über Fat Les-Songs mal gesagt: “Wenn ich Lust habe, mit einem Haufen Spinnern aus dem Groucho Club ein paar blöde Platten zu machen, dann mach ich das einfach, scheiß drauf.” - So ungefähr ist dieser Song.
- Wasp in the Lotus dagegen wieder super. Klingt sehr nach Dead Meadow und dieser einen Band, den Dandy Warhols. Repetitiv, dunkel, wunderbar.
- And then I dreamt of Yes: Courtney im Kompressor. Mellow Beat. Schmetternde sehnsüchtige Chöre im Hintergrund. Für den Joint zum Feierabend hin.
- Talk Radio vereint alle Qualitäten der Warhols-Phase nach 13 Tales. Das Jimmy Page-Gitarrenriff aus Kashmeer aus dem Keller geholt, viele Nanananas, wieder schöner Melodienbogen.
- Der fluffigste Song ist Love Song mit wildem Banjo und warmem Synthesizer.Textlich ebenso komplex wie damals I love you.
- Ist das eigentlich Absicht, dass gleich hinterher Now You Love me folgt? Diese Schlingel. Solides Handwerk. Strophen hysterisch, Refrains elegisch, eine Menge toller Gitarrenkrach im Hinterraum.
- Mis Amigos ist Me and my friends in aufpoliertem Gewand. Meine Meinung ist bekannt.
- The Legend of The Last of the Outlaw Truckers AKA The Ballad of Sherriff Shorty - eine weitere Single. Könnte in diesem Sommer ganz gut funktionieren, tragischerweise wohl zu sehr Americana für unsere Breitengrade. Refrain macht süchtig. Hatte den gerade aus Versehen dreimal hintereinander im Loop und was soll ich sagen? Fällt gar nicht auf. Super.
- Und gleich hinterher Beast of the Saints, in dem Sound, der die Band groß gemacht hat. Repetition über vier Töne, Aaaaaahs und Oooooohs im Echolot. Live sicherlich der absolute Wahnsinn.
- Valerie Yum - leider kann ich den Text nur fragmentarisch erraten. Aber diese Fragmente sind schon etwas gestört, haha. Die waren drauf.
- Der Rausschmeißer Musee D’Nougat ist die mittlerweile obligatorische Überlängen-Murmelei mit ihren wabernden Soundflächen. Wollte grad noch schreiben, dass am Ende Vogelgezwitscher drauf ist, aber das war ein Spatz in meinem Wohnzimmer.
Ich meld mich dann nochmal mit einem abschließenden Bericht.
Audiophile Toolkit v0.1
- metacritic.com/
Metasuche über Platten/ Film/ Buch/ Wienerschnitzel/ Videospiel-Reviews: Kumulierende Bewertung aus bis zu 30 verschiedenen Besprechungen all over the web. - musicstack.com/
Vinyl-O-Rama Paradise und prima Ersatz für Preiskataloge - hypem.com/
Die HypeMachine als Aggregator für Audiodaten, die über Weblogs reinkommen/rausgehen (wie man’s nimmt). Kann man den ganzen Tag laufen lassen. - to be [whatever]
Life has no meaning without Fock’n'Toll
Das jetzt-Mäg hat unter der Überschrift “Buchstaben ohne Botschaft” eine zauberhafte Bilderserie veröffentlicht und sie uns ins Netz gestellt. Es geht um chinesische T-Shirts mit englischen Slogans, deren Sinngehalt ungefähr zwischen Monty Python’s Dirty Hungarian Dictionary und Justin Timberlake’s Tattoo-Fauxpas pendelt. Dabei sehen die Motive aus wie wahllos aus dem Netz zusammenkopiert (Hauptsache plakativ oder bescheuert) und in Photoshop sinnfrei zusammengepappt.
In Print auf Seite 35 (SZ 115, 19. Mai) gabs dann auch noch was schönes von Dirk von Gehlen Philipp Mattheis über “Generationen”:
Drei Jahre ist mein Uni-Abschluss her. Was Kants kategorischer Imperativ bedeutet, kann ich nur in Form des Spruches “Was Du nicht willst, was man Dir tu’ …” erklären. Meine Bildung ist ein fragiles Mosaik aus Halbwissen, das an den richtigen Stellen platziert, zwar manchmal noch etwas Eindruck schindet, aber ohne Wikipedia und Google wie ein Kartenhaus zusammenstürzt.
Wie wahr, wie wahr.
Auch sehr gut die Liste der “100 Gründe gegen Festivals”.
Da stimmt fast A-L-L-E-S und deswegen fahr ich auf keine deutschen Festivals mehr.
Nur kurz: Wortregelungen
Das Erste sagt “Birma”, CNN und ZDF sagen “Myanmar”. Hm.
Monday Muzak
Die neue Dandy Warhols-Platte: etwas enttäuschend, bis auf zwei, drei Kracher. Vielleicht ein Grower. We’ll see. Mein Kontrastprogramm daher heute: Wilco und die “Hotel Yankee Foxtrot”. Und dabei denk ich, wie idiotisch David Kahne damals gewesen ist, diese große amerikanische Platte abzusägen und die Band damit praktisch vor die Tür zu setzen.
What’s goin on #2
So. Die Frau war mal eben zwei Tage im Spital, die Aufgaben werden nicht weniger und es gibt ne Menge zu tun (akademisch und beruflich), Werder hat gestern die direkte Quali gepackt, shalala, und meine Freunde sind durch die Bank grossartige Vögel.
Frau Ana hat doch gearbeitet
Am Knastmünzsprecher gibt’s nämlich noch Photographisches zum Tag der A.
HotChip
Hammer. Frank Zappa für die 00er Jahre. Ich habe getanzt!
Song: The World The People Together (ComeOn)
Morgen Am 19. Mai isses mit der neuen Dandy Warhols-Platte soweit, und schon heute höre ich den ersten Song. Der klingt wie T-Rex auf Speed und wurde gerade von den Warhols freigegeben. Langes Intro, one mighty bassline, Courtney in krächzendem Falsett und in der Folge irgendwo zwischen “Welcome to the Monkey House” und ihrem medial (zu Recht) untergegangenen 2006er SpinOff “Have A Kick Ass Summer (Me And My Friends)” zu verorten. Erster Song der neuen Platte. Könnte eine Party zum Tanzen bringen, mich bestimmt auch.
Wer war nochmal Heinz Heise?
Ich habe die Zukunft des Update-Ankündigens gesehen und ihr Name ist Weltherrscher.
May 8th, one big musical conspiracy
Selten wurde der 8. Mai so sehr zelebriert wie ‘08. An internationalen Gästen spielen zum 63. Jubiläum der Befreiung auf: Styrofoam im Privatklub, “Regierungssprecher” Tilman Rossmy im Festsaal und HotChip gegen Einladung. Ach Gottchen, und Götz Widmann drängelt sich jetzt auch noch rein, der spielt im SO36.
Fies. Weil allesamt in meinem Herzen. Was mach ich nur, was mach ich nur…
WorldCat ShittyBangBang : A work in progress
Ich kenne keine Blogposts mehr, ich kenne nur noch Arbeiten.
Dies ist ein work-in-progress. Wollen wir doch mal sehen. Weiter lesen …
Werder vs. Energie, Schlusspfiff
ZWEI-NULL heißt es am Ende. Lange sah es so aus, als würde Energie irgendwann einen Konter setzen und das NULL-EINS machen. Aber da kam nüscht. Stattdessen wieder ein gefühltes Torchancenverhältnis von 431 zu 4 für Grün-Weiß, von Ballbesitz mag ich gar nicht mehr sprechen. Letztendlich gute Einwechselungen, Rosenberg und Hugo sorgen für drei Punkte im Kampf um die direkte Qualifikation zur europäischen Fleischtöpfe-League.
Durch solche Spiele muss man durch. Und sie müssen dann irgendwie gewonnen werden. Zum Glück ist beides jetzt geschafft und Mittwoch geht’s ins Hamburger Volksparkstadion zu den Nasen der Liga, für drei geile Punkte.



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