Mach’s gut, Ivan

fäb am 29. April 2008 um 0:15 Uhr | 0

Update, 29.04., 17:00 Uhr:
(Quelle: Bremen Vier)
Oh! Überaschung! Alle Seiten zurückgerudert, wenigstens für weitere vier Wochen. Und seine Frau hat er letztendlich dann doch ziemlich zurückgepfiffen.
Und dafür die ganze Aufregung. Ich bin schon ganz zitterig gewesen.

Ein Fussballspieler sollte nicht in Personality-Talkshows auftreten. Gestern abend kam es jedoch dazu und damit zum Werder-GAU in der ARD. Ivan Klasnic war gekommen, um über seine dramatische Krankheitsgeschichte und das anhängige Gerichtsverfahren gegen Werder Bremen zu erzählen. Blöd nur, dass Ivan sich zum Lakaien seiner affektierten Frau und seines profilierungssüchtigen Anwalts gemacht hat.

Die Situation: Ivan also bei Reinhold, im Schlepptau das Weib, der Lawyer, der Bruder und der obligatorische Sachverständige. Thema: die Klage gegen Werder wegen Vernachlässigung der ärztlichen Sorgepflicht am Landgericht Bremen. Die Stimmung zwischen beiden Streitparteien: gereizt, blöderweise mitten in den Verhandlungen für einen neuen Kontrakt. Den wir schon jetzt vergessen können, nach dieser Sendung.

Denn der durch Blabla-Anwalt und Blabla-Ehefrau sichtlich aufgescheuchte Bremer Publikumsliebling war zeitweise ziemlich off the roll und sagte eher wenig mit auch nicht gerade viel Worten. Aber seine profitorientierte Managerin Herzdame, die sich augenscheinlich mit Ärztepfusch auskennt, war ja mit von der Partie und haute erstmal mächtig in die Tasten der Anklageklaviatur. Selten hat mich eine Frau so wütend gemacht. Leider bot Reinhold wie immer eine indifferente Plattform für derlei Wahnsinn:

Reinhold: Als Sie das erfahren haben, Ivan, sind Sie da nicht mal zum Mannschaftsarzt gegangen und haben gesagt “Warum hast du mir nie was erzählt davon!?” Er muss doch die Werte gekannt haben!

Ivan (vom Anwalt prüfend gemustert): Wie gesagt, ich hab mich mit dem Herrn Teichner zusammengesetzt und äh … wir haben das so entschlossen.

Stimmen der Gegenpartei: Zwei Einspieler. Dankesehr.

Szenen einer Ehe: Sie unterbricht ihn, sie überdramatisiert, sie quatscht dummes Zeug. Als Ivan einmal versucht, ihre Hand zu nehmen … hat er keine Chance! Ziemlich großes Kino auch sein minutenlanger starrer “Na warte, wenn wir hier raus sind…”-Blick, als seine Frau zum Frontalangriff gegen Klaus Allofs und den gesamten SV Werder bläst. Oder es war die furchtbare Ahnung, am Samstag mit Kicker-Note 4.5 das letzte Mal in grün-weiß gespielt zu haben, dafür aber mit einer Schlange verheiratet zu sein, die ihm obendrein noch eben ein Kind angedreht hat.

Am Ende bleibt: eine dramatische Geschichte, eine medizinische Katastrophe, ein Millionenrechtsstreit zwischen einem Fussballverein und einem seiner im Sommer ablösefreien Leistungsträger, deren Verhältnis “natürlich nicht von der Angelegenheit beeinflusst wird” (schon klar), eine völlig überkandidelte Spielerfrau, ein dubioser Mannschaftsarzt, der (noch) vom Verein gedeckt wird und Fans, die hilflos diesem ganzen Scharmützel irgendwie beiwohnen müssen.

PS: Drüben bei “Alles außer Sport” rasselt dogfood ganz in meinem Sinne mit der Assoziationskette, auf YouTube als 1-2-3-4-Teiler, das Werderforum völlig aus dem Häuschen (O-Ton: ok, ivan. das wars dann wohl. bedank dich bei deiner alten”). Sehr schön auch das hier:

Wo bleibt das “Ich entscheide mich für meinen Gast Ivan”?

Mach’s gut, Ivan.

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